Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten bis 410 Euro bzw. 800 Euro

Urteil des FG Baden-Württemberg
Nach einem Urteil des FG Baden-Württemberg (Urteil v. 2.3.2018, 5 K 548/17) ist ein bilanzierender Steuerpflichtiger bei überperiodischen Betriebsausgaben bis 410 Euro nicht verpflichtet, einen aktiven Rechnungsabgrenzungsposten zu bilden. In dem Urteilsfall hatte der Kläger die streitigen Betriebsausgaben als sofort abzugsfähigen Aufwand verbucht und keinen Rechnungsabgrenzungsposten gebildet.

Aktivierung
Grundsätzlich gilt nach § 5 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG ein Aktivierungsgebot von Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktivseite der Bilanz für Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen.

Kein Rechnungsabgrenzungsposten bei Beträgen bis 410 Euro bzw. 800 Euro

Das FG Baden-Württemberg weist daraufhin, dass der periodengerechte Ansatz von Aufwand im Interesse der Wirtschaftlichkeit der Buchführung nicht übertrieben werden dürfe. Deshalb würden die Bilanzierungsgrundsätze der Vollständigkeit und Wahrheit durch den Grundsatz der Wesentlichkeit eingeschränkt. Nach Auffassung des Gerichts ist in § 6 Abs. 2 EStG (bis Ende 2017: 410 EUR, danach 800 EUR) ein Fall von geringer Bedeutung bestimmt. Mit dieser Regelung habe der Gesetzgeber zu erkennen gegeben, dass er bei geringwertigen Wirtschaftsgütern auf einen periodengerechten Ausweis verzichte und eine Sofortabschreibung für angemessen halte.

11.04.2019 Timo Leusing, WP/StB